DIE GRÜNEN

Umwelt

Andrea Pavlovec-Meixner
16. Juli 2013 - Andrea Pavlovec-Meixner - , , ,

Stadtpark I: Müssen Alleen der Hacke zum Opfer fallen?

So titelte die steirische Kronen Zeitung bereits  im Jahr 1976! Und startete eine Kampagne “Grünes Graz” mit dem Slogan “Grazer Bäume dürfen nicht sterben”! Schön wäre es, wenn sich eine solche Aktion nach 38 Jahren wiederholen ließe und ein Kampf um jeden Baum ausgerufen würde! Wir haben heute viele neue Möglichkeiten, unsere ehrwürdigen Baumriesen zu retten und zu erhalten! Ich bedanke mich schon jetzt bei den Damen und Herren aus den Redaktionen.

Und mit einem großen Dankeschön an Wolfgang Wagner für die ausführlichen Recherchen darf ich zu einer  kleinen Zeitreise einladen:

Ende Mai 1976 (das genau Datum ist dem Artikel nicht mehr zu entnehmen) schockierte eine Schreckensmeldung die Grazerinnen und Grazer. Auf Seite 9 der Kronen Zeitung prangte die Headline: “Test ergab: Die Grazer Alleen sind in Gefahr!” Auszüge aus dem Artikel: “… Vizebürgermeister Dipl. Ing. Hasiba: “… Alleen, die in Zeiten des Kutschenverkehrs gepflanzt wurden, bedürfen bald einer kompletten Erneuerung!”Und das sind die neuralgischen Punkte der Innenstadt: Jakominiplatz, Maria-Theresien-Allee, Erzherzog-Johann-Allee, Schillerplatz, Lendplatz, Parkstraße, Opern- und Joanneumring.
Im Fall Alleen wird aber nun von wissenschaftlicher Seite eine Untersuchung angestellt. Drei Varianten sind für das Grazer Stadtbild zu erwarten:
Variante 1: Alleen zur Gänze durch Neupflanzungen zu ersetzen.
Variante 2: Junge Pflanzen unter alte mischen.
Variante 3: Zugleich die teuerste: Sechs Meter hohe Bäume anstelle abgestorbener einsetzen.”

Schon wenige Tage danach – am 2. Juni 1976 – fand sich das Thema auf dem Titelbild der Krone:  “Müssen Alleen der Hacke zum Opfer fallen? Experten schlagen Alarm: In Graz sterben die Bäume.

Graz: Nun Kampf um jeden Baum! “In Graz schlagen die Wissenschaftler Alarm: durch schlechte Luftqualität und vor allem durch einen tückischen , ansteckenden Pilzbefall drohen ganze Alleen auszusterben. Wie sehr der Schein trügen kann, zeigt sich in der Marien-Theresien-Allee: 14 von 30 Bäume wird man bald fällen müssen! … Nun will man um jeden Baum kämpfen! Der Plan sechs Meter hohe Bäume anstelle der abgestorbenen einzusetzen, dürfte vermutlich an der Kostenfrage scheitern. (Vgl, Krone, 2.6.´76, S.6)

Auch am Folgetag (3. Juni 1976) blieb das Thema auf dem Titelblatt: Grüne Lungen unserer Hauptstadt in Gefahr: Die letze Chance für Grazer Bäume: Sofortmaßnahmen
Auf den Seiten 6 und 7 folgt die Schreckensmeldung: Nahezu alle Bäume zum Tod verurteilt!  Im Artikel werden dann aber konkrete Vorschläge vorgestellt, wie die Bäume vielleicht noch zu retten wären:  “Univ. -Prof. Dr. Franz Wolkinger (Ludwig-Boltzmann-Institut) zur steirischen “Kronen Zeitung”: “70 – 80 Prozent der Grazer Alleebäume in der Grazer Innenstadt sind am Absterben. Wir Wissenschaftler machen dafür vor allem zwei Ursachen verantwortlich: erstens die Salzstreuung im Winter und zweitens die Einschränkung des Lebensraumes der Bäume durch starke Asphaltierung.” Dr Stefan Plank , Botaniker dieses Instituts sieht allerdings noch eine Möglichkeit die “grüne Lunge” der Landeshauptstadt zu retten. … So will der Wissenschaftler die Stadt Graz vor dem Baumsterben bewahren: Der Boden, in den die Bäume gepflanzt sind, muß gespült werden, um das schädliche Salz zu entfernen. Der  “Asphaltrahmen” am Ansatz der Bäume muß  weg. Die bereits verseuchte … Erde muß ersetzt und durch frische ersetzt werden. Die Salzstreuung in der Alleestraßen der Innenstadt muß noch in diesem Winter eingestellt werden.”

Sehr bemerkenswert ist die Kolumne von Kurt Markaritzer (“Darüber reden die Steirer”) unter dem Titel Gartenstadt? Markaritzer schreibt  unter anderem: “Da muß man die Anliegen des Umweltschutzes berücksichtigen; in einer Zeit in der man bemüht ist, die natürliche Flora zu erhalten, kann man es nicht hinnehmen, daß hunderte Bäume langsam aber sicher absterben. Da ist es auch ganz wesenlich, daß durch den Tod der Bäume die Gesundheit der Grazer bedroht ist. Der anerkannte Wissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Alois Bernatzky aus Frankfurt hat es am Dienstag bei einem Vortrag in Graz ganz deutlich gesagt: “Wenn man einen zehn Meter hohen Baum fällt, so muß man 2700 (!) Jungpflanzen einsetzen, um die gleichen klimatischen Bedingungen zu schaffen wie vorher!” … Wir alle sollten diese Fachleute unterstützen, denn die Bäume sind nicht nur das Symbol der Gartenstadt – sie sind im wahrsten Sinne des Wortes unsere “grüne Lunge!”

Vuckovic fährt fort: „Jeder hundertjährige Baum, der heute in Graz stirbt, kann erst in hundert Jahren vollwertig ersetzt werden ….“ und kündigt ein Initiative an: „Die steirische „Kronen-Zeitung“ unternimmt nun den Versuch, das durch die ständig steigende Umweltverschmutzung dringender werdende Bedürfnis nach Grün in der Stadt zu artikulieren. Wir werden auch unsere vielen Leser auffordern, sich für die Rettung unserer Bäume einzusetzen. … Und da wir daran glauben, daß eine Stadt nur so reich ist wie die Zahl ihrer Bäume, und weil wir um die existenzielle Bedeutung unseres immer kleiner werdenden Baumbestandes wissen, wollen wir nicht tatenlos zusehen, wie man unsere grünen Lungen einfach sterben läßt.“ (Vgl. Krone, 5.Juni 1976, S 6-7.)

Gesagt getan! Am 6. Juni ist das Baumthema wieder auf der Titelseite der Krone. Helfen sie mit: Wir kämpfen um jeden Baum!  Heute Startschuß zur Aktion „Grünes Graz“
Dem Thema Baumerhalt ist in der Krone vom 6. Juni 1976 nicht nur der Titelseite gewidmet sondern es folgen auf Seite 10-11 auch ein doppelseitiger Artikel, zwei Fotos und eine Kolumne. Der Titel des Artikels: Grazer Bäume dürfen nicht sterben! „Weil die Gefahr so groß ist, hat die steirische „Kronen-Zeitung“ die Aktion „Grünes Graz“ gestartet. Wir bitten unsere große Leserfamilie, uns beim Kampf um jeden Baum zu helfen.“  Eines der zwei beigefügten Bilder zeigt einen Buben auf seinem Dreirad, der gerade über das Kopfsteinpflaster der Marien-Theresien-Allee fährt. Der Text zum Bild:
„So ist es noch: herrliche Bäume, welche die Grazer Innenstadt verzieren und für die Gesundheit der Stadtbewohner äußerst wichtig sind. 800 dieser Bäume sind dem sicheren Tod geweiht, wenn die Stadtväter nicht sofort Maßnahmen setzen.“
(Vgl. Krone, 6.Juni 1976, S 10-11.)

Fortsetzung folgt.

 


Andrea Pavlovec-Meixner
12. Juni 2013 - Andrea Pavlovec-Meixner - ,

Aluminium – die versteckte Gefahr!

Gestern abend durfte ich im Rahmen der Graz-Premiere des Films “Die Akte Aluminium” mit dem Regisseur Bert Ehgartner und dem Publikum über die versteckte Gefahr Aluminium diskutieren. Das Interesse war sehr groß.

Ja, wir leben im Zeitalter des Aluminium!

Das Metall ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Wir trinken aus Aludosen, verwenden es als Werkstoff für Fassaden und in der Automobilindustrie, oder als Treibstoff für Raketen.
Im Film geht es zwar auch um den energieintensiven Abbau und Prozess der Aluminiumherstellung, noch erschreckender sind aber die gesundheitlichen Auswirkungen, die schon seit längerem erforscht und bekannt sind, wie Allergien, Brustkrebs, Muskelerkrankungen, Alzheimer und Demenz. Aluminium wird sogar in Impfstoffen eingesetzt und in vielen Kosmetikprodukten. Aus Studien geht hervor, dass die toxische Wirkung des Leichtmetalls nicht zuletzt direkten Einfluss auf unsere modernen Zivilisationskrankheiten hat.

In Frankreich gibt es auf politischerEbene bereits Initiativen, um Aluminium aus bestimmten Produkten zu verbannen. Ich versuche gerade, auch meine KollegInnen im Nationalrat für das Thema zu begeistern!

Ich kann den Film wirklich empfehlen. In Graz ist er an folgenden Terminen zu sehen:

16. Juni 2013 | 16:00 | Graz, Rechbauerkino

20. Juni 2013 | 18:00 | Graz, Rechbauerkino

Infos zum Film und zum Buch von Bert Ehgartner unter: http://dieaktealuminium.com/

 


Andrea Pavlovec-Meixner
29. April 2013 - Andrea Pavlovec-Meixner - , , ,

Mur-Staustufe: Umweltsenat in Wien

Sehr gut vorbereitet fahren wir morgen früh gemeinsam mit NGO`s und MurschützerInnen zur Verhandlung des Umweltsenats zur Mur-Staustufe. Bereits bei den Vorbereitungstreffen  mussten wir feststellen, dass das Thema “Öffentliches Interesse” und “Energie” offensichtlich ausgeklammert werden sollen. Kein einziger der dafür zuständigen Sachverständigen wurde zur Verhandlung eingeladen. Und das, obwohl die Mur-Staustufe Graz aufgrund ihrer negativen ökologischen Auswirkungen nicht genehmigungsfähig ist und die zuständige Behörde des Landes Steiermark im August 2012 unter Anwendung des § 104 a Wasserrechtsgesetz mit einer Ausnahmebewilligung unter Hinweis ausf das öffentliche Interesse einen positiven Genehmigungsbescheid erlassen. Die Interessensabwägung zur Erteilung dieser Ausnahmebewilligung ist allerdings so mangelhaft, dass daraus seriöser Weise kein Überwiegen des öffentlichen Interesses abgeleitet werden kann.

Wir werden daher morgen eine seriöse Interessensabwägung einfordern und beantragen, dass der Antrag der Estag zur Errichtung der Mur-Staustufe Graz vom Umweltsenat abgewiesen wird. Es ist ohnehin bedenklich, dass weisungsgebundene BeamtInnen des Landes Steiermark ein Projekt beurteilen, dessen Betreiber mehrheitlich dem Land Steiermark gehört. In anderen Ländern Europas wird sehr viel mehr Wert auf unabhängige ExpertInnen gelegt. Wie unabhängig der Wiener Umweltsenat ist, werden wir sehen…

 


Andrea Pavlovec-Meixner
18. März 2013 - Andrea Pavlovec-Meixner - , , ,

Grazer Trinkwasser – keine Gefahr durch Aluminium!

Letzte Woche wurde auf arte der Film “Die Akte Aluminium” ausgestrahlt: http://www.arte.tv/de/sendung-verpasst/7375794.html

Bei mir sind in der Folge zahlreiche Anfragen besorgter GrazerInnen eingegangen, ob auch in Graz das Wasser mit Aluminiumverbindungen geklärt wird. Erfreulicherweise kann ich nach Rückfrage bei der Abteilung Wasser dazu Entwarnung geben:

Das Grazer  Trinkwasser wird nativ an die KundInnen geliefert. Es benötigt keinerlei Aufbereitung und entspricht wie es aus dem Boden kommt der Trinkwasserverordnung.

Auch was das Abwasser betrifft arbeitet die Wasserabteilung nicht mehr mit Aluminium. Zitat aus der Stellungnahme: “Für die Fällung haben wir eine Zeit lang auch ein Polyaluminiumprodukt gewählt. Es wurde vor rund zwei Jahren vom neuen Betriebsleiter, letztendlich aus Gründen der besseren Umweltverträglichkeit,  entschieden,  dass wir an unserer Kläranlage ausschließlich Eisen-III-Chlorid als Fällungschemikalie einsetzen. Ein geringer Eisengehalt im Abwasser erscheint uns und allen Fachleuten als eindeutig umweltverträglicher in aquatischen Systemen als gelöstes Aluminium, welches ja so aufgrund seiner geringen Löslichkeit  in der Natur in Lösung nicht vorkommt.

Der Film “Die Akte Aluminium” kommt übrigens bald auch ins Kino!


Andrea Pavlovec-Meixner
12. Februar 2013 - Andrea Pavlovec-Meixner - , ,

Ist das Grazer Wasser in Gefahr?

Die über eine Million Unterschriften (herzliche Gratulation!), die die Europäische BürgerInnen-Intitaive gegen Wasserprivatisierung gesammelt hat, zeigen, wie sehr das Thema Menschen in ganz Europa berührt und aktiv werden lässt. Während einige Medien das Thema herunterspielen, unterstützen andere die berechtigten Forderungen der BürgerInnen nach Sicherheit ihrer Wasserversorgung. Nun wird sogar das Land Steiermark von seinen BürgermeisterInnen ein klares Bekenntnis zu wichtigen Ressource Wasser einfordern – was immer das heißen mag…

In den letzten Wochen habe ich sowohl mit VertreterInnen der BI als auch mit Mitarbeitern der Stadt gesprochen. Auch wenn letztere keine Gefahr einer Wasserprivatisierung in Graz durch die EU-Konzessions-Richtlinie sehen – die öffentliche Wasserversorgung  ist als Teil der Daseinsvorsorge über das Statut der Stadt Graz sehr gut abgesichert -  stehen sie der Richtlinie skeptisch gegenüber. Die Abteilung Wasserwirtschaft in der Holding Graz ist zu 100% im Eigentum der Stadt, auch das beruhigt. Denn in anderen Landeshauptstädten, wo teilweise private Unternehmen beteiligt sind, könnte es mit der Richtlinie kritisch werden, sagen mir ExpertInnen.

Das  Thema dominierte auch das Symposium Wasserversorgung, das vor Kurzem in Wien stattfand. Wie ich höre, bemüht sich auch die ÖSTERREICHISCHEN VEREINIGUNG FÜR DAS GAS- UND WASSERFACH (ÖVGW) darum, dass Wasser und Abwasser aus der EU-Konzessions-Richtlinie herausgenommen werden.

Und der allgemeine Tenor lautet: Wehret den Anfängen, wer weiß, was die EU nachsetzt. Das kann ich nur unterstreichen – die Grünen sind in den Kommunen, Ländern bis zum EU-Parlament mit Initiativen aktiv und unterstützen die Forderungen der europaweiten BürgerInnen-Initiave.

Wer sich im Detail informieren möchte, ist herzlich eingeladen!

Veranstaltungen zum Thema:

Attac Graz und Spektral laden am 13.2. um 19:00 zur Filmvorführung von “Water Makes Money” mit anschließendem Publikumsgespräch ins Spektral am Lendkai 45.

Die Grünen laden am 21.02. um 19.00 Uhr ins Cafe Kaiserfeld zu “Wird unser Wasser verkauft?”


Karl-Heinz Posch
22. November 2012 - Karl-Heinz Posch - , , , , , , ,

Wie finanzieren wir das?

Wir haben viele Vorschläge zur Verbesserung der Stadt, und diese werden in der Umsetzung Geld kosten – wie soll das dann in Zukunft finanziert werden? Dazu ein paar Gedanken und Vorschläge.

Die Grazer Grünen haben in der Koalition mit der ÖVP mit viel Mühe und viel persönlichen Einsatz eine Konsolidierung der Grazer Stadtfinanzen erreicht: das heisst, es wird mehr eingenommen, als ausgegeben wird – zum ersten Mal seit Jahrzehnten. Das wäre ohne die Grünen nie gegangen – da in den bisherigen Koalitionen (in den letzten Jahrzehnten gab es ÖVP-SPÖ und FPÖ-ÖVP) es mehr um Posten und Einflusssphären ging, und weniger um eine echte Konsolidierung. Die Grünen interessiert die Zukunft der Stadt und vernünftiges Wirtschaften und bekanntlich keine Posten – Korruption Null.

Das kann nur Grün, in anderen Koalitionen ist ein Rückfall in alte Muster zu befürchten. Das ist das eine.

Das andere ist Kreativität und das Geld effektiv einsetzen. Dazu folgende Vorschläge:

Baustellenkoordination und Straßeninstandhaltungsmaßnahmen nutzen: Straßen verwandeln sich regelmäßig in Baustellen: Rohrleitungen, Gleiserhaltung, Belagserneuerung, Gehsteigerneuerung etc. Solche Baustellen, für die in Graz ein fixes laufendes Budget vorgesehen ist, sollen generell immer für eine Erneuerung in Richtung Fußgänger- und Fahrrad-freundliche Gestaltung genutzt werden, anstelle das einfach der vorhergehende Zustand wiederhergestellt wird. Auf diese Weise kommt man ohne große Extra-Kosten in 20 Jahren zu einer grunderneuerten, die sanfte Mobilität bevorzugenden Stadt.

EU-Fördergelder lukrieren: die EU hat zahlreiche Programme aufliegen – Smart City, CIVITAS, Interreg, Urbact  um nur ein paar zu nennen. Die Stadt Graz kann hier – jährlich – viele Millionen Euro bekommen, wenn sie sich in Richtung sanfter Mobilität anstrengt und maximal bei EU-Projekten dabei ist. Hier wurde bereits einiges erreicht – z.B. wurde über das Projekt Bicy die Grazer Radkarte finanziert, über das Projekt Cyclelogistics die Einführung von Lastenrädern gefördert oder über das Projekt Trendsetter die Radunterführung der Keplerbrücke mitfinanziert. Aber es ist ein vielfaches davon möglich – bei entsprechendem Fokus, der bisher leider zu schwach war.

Gelder effizient einsetzen: Anstelle von gigantischen Investitionen in den Autoverkehr (alleine der Südgürtel kostet geplante 133 Millionen – meist wird das später noch teurer) – sind Investitionen in den Radverkehr viel günstiger und viel effizienter (um ca. 1/10 der Südgürtel-Kosten könnte in ganz Graz ein Luxusradwegenetz geschaffen werden). Das wäre wirksam in der ganzen Stadt und würde den Autoverkehr entlasten, statt ihn weiter anzuheizen. (leider mussten wir im Rahmen der Koalition dem Bau des Südgürtels zustimmen – das sind halt die Kompromisse, die man eingehen muss, wenn man was weiterbringen möchte). Ein weiteres Beispiel: Anstelle von gigantischen Investitionen in das Murkraftwerk (mindestens 87 Millionen, plus bis zu 50 Millionen Folgekosten für die Stadt durch den erforderlichen Bau eines Zentralkanals) kann das Geld besser in die thermische Sanierung von Häusern und der intelligenten Unterstützung von Energiesparmaßnahmen in Haushälten investiert werden (nur ein Beispiel: der von uns erreichte Ersatz aller Ampelbeleuchtungen durch LEDs brachte 70% Energieeinsparung). Das bringt jedem Haushalt was und unterstützt die lokale Wirtschaft.

Und so gibt es noch viele Beispiele: autofreies oder autoreduzierter Wohnbau statt auto-orientierter Wohnbau mit teuren, riesigen  Tiefgaragen, Stadteilzentren statt Ordnungswache, ganzheitliche Stadtentwicklung statt planlosem Wachstum… das alles kann nur grün!

Das war mein letzter Blog vor der Wahl – am 25.11.  habt ihr jetzt die Wahl:  Deine Stadt – Deine Entscheidung!!


Karl Dreisiebner
19. November 2012 - Karl Dreisiebner - , , ,

Nahverkehrsabgabe Stmk: rot-schwarzes Possenspiel auf dem Rücken von Graz

Vergangene Woche verhinderte die „steirische Koalition des Schreckens“ in der Landtagssitzung die Einführung einer steirischen Nahverkehrsabgabe! Soweit so schlecht für Graz.

Der Antrag, eingebracht vom Grünen Landtagsabgeordneten Lambert Schönleitner, erhielt am Ende keine Mehrheit, da FP (klar, das ist für niemand eine Überraschung) und SP und VP dagegen stimmten. Diese Haltung der SP- und VP-Landesparteien sollte  auch und gerade für Martina Schröck und Siegfried Nagl sehr überraschend gewesen sein!

Warum??!  – Es gibt seit langem den deutlichen Wunsch der Stadt Graz eine Nahverkehrsabgabe, ähnlich der Wiener „U-Bahnsteuer“, einführen zu können! Bereits im März 2011 wurde ein diesbezüglicher Antrag meines Kollegen, Gemeinderat Gerhard Wohlfahrt, im Grazer Gemeinderat mit Mehrheit angenommen und auf dem Petitionswege an den Steiermärkischen Landtag weitergeleitet.

Damals, 2011, stimmte die Nagl-VP noch zu, da damit der Stadt Graz zusätzliche Handlungs- und Finanzierungsmöglichkeiten für dringend notwendige Maßnahmen zur Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs in Graz in die Hand gegeben worden wären. Mit diesen Einnahmen könnten nämlich große Verbesserungen im Straßenbahnnetz, Stichwort Bau der Südwest-Linie über den Griesplatz nach Don Bosco und Reininghaus, geschultert werden.

Auch heute noch führt Bgm. Nagl bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ins Treffen, dass es dringender Maßnahmen zur Feinstaubreduktion – auch und gerade im Verkehrsbereich – bedarf. Aber mittlerweile weiß beinahe jede und jeder, der Nagl, der redet meist ganz anders, als er denkt und handelt – siehe Rückbau-Wahnsinn am Dietrichsteinplatz , Parken für Spar-Kunden Hauptbahnhof, Nein zum Radweg am Radetzkyspitz… und jetzt “übergehen” ihn auch noch seine eigenen VP-KollegInnen im Landtag!

Sonderbarerweise führt auch Martina Schröck und ihre (?) Grazer SP im aktuellen Wahlprogramm, Kapitel Verkehr – zugegeben, kurz und bündig – aus, dass es eine Nahverkehrsabgabe für Graz dringend braucht.

 

Was sollen wir nun von dieser steirisch-breiten Polit-Posse von Rot und Schwarz halten??!

Entweder meinen es Schröck und Nagl nicht ganz so, wenn sie selbst etwas beschließen, bzw. wenn sie Inhalte und Forderungen in ihre Programme schreiben. Oder sie können (wollen?) sich beide gar nicht – Nagl bei Schützenhöfer, Schröck bei Voves – durchsetzen.

Beide Annahmen sind traurig und schlimm zugleich! Sich nicht durchsetzen zu wollen (oder zu können), wirft kein gar so gutes Licht auf diese beiden führenden StadtpolitikerInnen. Leider beantwortet diese miese Inszenierung darüber hinaus nur zu gut die Frage, wie sehr sie nur (sonntags-)reden, statt sich für Graz tatsächlich voll einzusetzen!

 

Ganz anders die Grünen im Land und in der Stadt Graz:

Auch bei unangenehmen Fragen – wie es die Einführung einer neuen, sinnvollen Abgabe namens Nahverkehrsabgabe eben ist – das trauen wir uns anzugehen!

Einhundertprozentig und über die Grazer Stadtgrenzen hinaus für geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsangebotes und damit der Feinstaubsituation einzustehen, bzw. die sinnvolle Umlenkung eingefahrener (Automobilitäts-)Muster zu betreiben: Das kann nur Grün!


Andrea Pavlovec-Meixner
13. November 2012 - Andrea Pavlovec-Meixner - , ,

Die gute Nachricht zur Graugänsekolonie!

Letzte Woche berichtete die Kleine Zeitung über die Sorge um die Graugänsekolonie auf den Reininghausgründen: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/3161318/reininghaus-sorge-um-graugaense-kolonie.story

Im meinem Gespräch mit besorgten AnrainerInnen hat sich herausgestellt, dass die Graugänse seit einigen Jahren auch vor Ort überwintern und sich offensichtlich an den Teichen sehr wohl fühlen. Sollten die Teiche wegkommen, müssten sie wohl abgesiedelt werden.

Wir hatten aber gute Nachrichten für Gans und Mensch! Im Zuge der Einwendungen zum neuen Stadtentwicklungskonzept (STEK 4.0) hatte mein Kollege, GR Karl Dreisiebner, bereits vor über einem Jahr für die Schaffung einer Gründurchwegung zum Erhalt der Teiche plädiert. Diese wurde in den STEK-Entwurf aufgenommen und es ist nicht davon auszugehen, dass das Land Steiermark, wo gerade die Begutachtung stattfindet, etwas dagegen haben wird :)

Schade nur, dass die Kleine Zeitung trotz Information über die Sicherung der Fläche die Story bis heute nicht fortgesetzt hat. Wie heißt`s so schön: “Only bad news are good news”!

 


Karl-Heinz Posch
24. Oktober 2012 - Karl-Heinz Posch - , ,

Urbane Gärten

Im Rahmen der von der Grünen Akademie organisierten Tour durch „Urban Gardening“-Projekte hatte ich die Gelegenheit, den Garten „Mutter Erde“ und den Interkulturellen Garten zu besuchen. Beide befinden sich in Graz-Straßgang, und beides sind geniale Projekte. Menschen mit sehr unterschiedlichem sozialen Hintergrund, die keinen Garten haben, bekommen hier die Gelegenheit, selber zu gärtnern. Sich dabei zu entspannen, sich auszutauschen, kreativ zu sein, zu lernen. Es wird experimentiert mit über hundert verschiedensten Gewächsen, unterschiedlichen Anbaumethoden, Permakulturen. Es wird auch oft gemeinsam gekocht (natürlich mit Produkten aus den Gärten) und gemeinsam gefeiert. Bei meinem Besuch wurde im Rahmen einer Feier im interkulturellen Garten eine wunderbare Tafel von einem Irakischen Künstler enthüllt. Es sind viele Kinder dort, die so einen ganz andere Erfahrung mit der Natur machen, und überhaupt sind alle Altersgruppen vertreten. Beide Gärten werden mit viel persönlichem Einsatz und einem Mini-Budget organsiert. Großartig.

Sowas sollte zu einem Fixprogramm für alle neue Siedlungen werden. Anstelle von öden Parkplätzen, sterilen Rest-Rasenflächen, Thujenhecken und unendlich vielen Zäunen – wie es leider fast überall der Standard ist. Gärten in den vielen Problemsiedlungen könnten für einen wunderbaren sozialen Ausgleich sorgen. Diese ganze Urban Gardening Bewegung habe ich erst vor einem Jahr entdeckt und habe nur wenig über die bereits recht bunte Grazer Szene gewusst. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es viel mehr solcher Projekte in Graz gibt – und das es ein fixer Bestandteil der Stadtentwicklung wird.

Ich kann ein Besuch dieser Orte nur empfehlen!